Im Interview mit Christoph Rossbroich

Christoph Rossbroich, 35 Jahre alt, Ehemann und glücklicher Vater einer Tochter. Ich bin als Einzelunternehmer gestartet und mittlerweile habe ich zwei Gesellen und einen Auszubildenen sowie eine 450€ Aushilfe angestellt. Wir sind im Bereich Altbausanierung und Badsanierung sowie Terrassen- und Balkonsanierung tätig.

 

Wie wichtig ist das Thema Digitalisierung aus deiner Sicht? 

Als Unternehmer sollte man sich dem Neuen nicht verschließen und offen sein für Innovation und Digitalisierung. Zeitersparnis ist natürlich ein Thema, welches mir dazu sofort einfällt, ich habe es ja am eigenen Leib erfahren. Denn durch die Prozesse und Strukturen, die wir eingeführt haben, konnte ich direkt massiv Zeit einsparen. Ich denke eh, dass wir in den nächsten Jahren nicht daran vorbeikommen werden, diesen Weg zu gehen hinsichtlich z. B. Gesetzgeber (Stundenaufzeichnung), Fachkräftemangel und Konsumverhalten der Kunden.  

 

Wie, glaubst du, wird sich das Konsumverhalten der Kunden entwickeln bzw. wie hat sich das Konsumverhalten der Kunden entwickelt? 

Der Kunde von heute ist im Internet unterwegs und möchte abends bequem vom Sofa aus seine handwerkliche Dienstleistung planen bzw. sich erkundigen. Davon betroffen sind ganz klar die Betriebe, die über z.B. Facebook, Instagram, Google oder eine Homepage, nicht oder nur schwer zu finden sind. Diese werden es in Zukunft nicht so einfach haben, Kunden zu gewinnen. Denn diese kaufen, Tendenz auch in den nächsten Jahren steigend, mehr über das Internet. Gerade in diesem Jahr, haben wir gesehen, wie schnell das gehen kann. Auch das Thema Bewertungsmanagement ist dabei enorm wichtig und sollte aktiv betrieben werden. 

 

Wie, glaubst du, wirkt sich das auf Mitarbeiter aus oder auf die, die es noch werden sollen? 

Wenn man sich so aufstellt und mehr in den sozialen Medien unterwegs ist oder die Prozesse digitalisiert hat, wird man halt attraktiver für neue Mitarbeiter und wird eher gesehen und man kann das Problem des Fachkräftemangels reduzieren und umgehen. Dadurch schafft man es auch, jüngere Leute für das Handwerk zu begeistern.  

 

Welche Herausforderung kommt aus deiner Sicht in den nächsten Jahren auf das Handwerk zu? 

Ganz klar das Thema Nachwuchsgewinnung. Ältere Betriebe werden es schwer haben, noch junge qualifizierte Leute zu bekommen. Natürlich wird auch das Thema Betriebsnachfolge für viele ein großes Thema werden, da man ja wirklich nur Betriebe übergeben kann, die auch nach außen eine gute Wahrnehmung haben. Auch für die vorhandenen Mitarbeiter muss man attraktiv bleiben, damit diese nicht abwandern, denn gutes Geld zahlen mittlerweile alle Betriebe. Nur wer aus meiner Sicht innovativ, modern und den anderen einen Schritt voraus ist, wird es in den nächsten Jahren schaffen, am Markt zu überleben. Denn…


WER NICHT
MIT DER
ZEIT GEHT,
GEHT MIT
DER ZEIT.
 

Welche Punkte stehen in der nächsten Zeit noch auf der Agenda? 

Auf jeden Fall wird das Thema „Schnittstelle zum Steuerberater“ einer der Punkte sein, die ganz oben stehen, um sich auch dort viel unnützen Papierkram sparen zu können, da auch das aktuell viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Firmenidentität noch besser ausarbeiten, die Homepage moderner und ansprechender gestalten, aber auch in den sozialen Netzwerken aktiv sein, so dass wir noch mehr Kundenanfragen digital bekommen. 

 

Welchen Tipp würdest du deinen Handwerkskollegen geben?

Macht einfach den ersten Schritt, klar steht man da erst einmal vor einem riesengroßen Berg und macht sich halt Gedanken: Schaffe ich das alles und ziehen die Mitarbeiter mit? Pack ich das selber alles? Ich kann nur sagen, ich habe es nicht bereut und jeder Euro, den ich investiert habe, ist gut investiert. es ist ein Investment in die Zukunft meines Unternehmens. Das Geld fließt sehr schnell wieder zurück durch Zeitersparnis und mehr Kundenanfragen.


Vielen Dank, Christoph!