Im Interview mit Thorsten Ponge

Mein Name ist Thorsten Ponge und ich bin 52 Jahre alt.

Ich bin Geschäfts­führer der Tischlerei Hülsenbeck in Remscheid. Selbst­ständig gemacht habe ich mich als Schreinermeister im März 2000. Als Einzelunternehmer gestartet, arbeiten wir aktuell mit mittlerweile vier Gesellen und einer kaufmännischen Angestellten. Wir sind im Bereich Haustüren und Fenstermontage tätig sowie im Bereich Küchen und Sondermöbelbau, z. B. Einbauschränke.

 

Warum ist das Thema Digitalisierung deiner Meinung nach so wichtig?

Die Zeit, die wir im Unternehmen zur Verfügung haben, ist immer knapp und durch die Digitalisierung können wir die Ressourcen optimal ausnutzen. Wenn ich mir beispielsweise die digitale Zeiterfassung ansehe, die wir mit eurer Unterstützung eingeführt haben, dann ist das schon ein unheimlicher Zeitgewinn. Mit nur einem Knopfdruck hat man alle Zeiten im Blick und man rennt nicht wie früher den Stundenzetteln hinterher. Auch das Thema Online-Marketing ist für jeden Betrieb enorm wichtig, denn nur durch die Sichtbarkeit kannst du den Erfolg vom Zufall trennen.  Das funktioniert nur über ein gezieltes Marketing. Ich denke, dass wir in den nächsten Jahren nicht daran vorbeikommen werden, diesen Weg zu gehen. 

 

Wie, glaubst du, wird sich das Konsumverhalten der Kunden entwickeln bzw. wie hat es sich bereits entwickelt? 

Die Generation meiner Eltern schaut heute natürlich noch in die Gelben Seiten und geht noch ins Möbelhaus vor Ort, um sich Möbel für die Ewigkeit zu kaufen. Die Kunden der jüngeren Generation informieren sich hingegen im Internet. Und nicht nur das: Sie ziehen auch häufiger um und kaufen daher keine Möbel für die Ewigkeit. Sie passen die Möbel eher an den jeweiligen Lebensmoment an. Wenn der Kunde dann einmal Eigenheimbesitzer wird, kann es sein, dass er sich eher hochwertig einrichtet. Bedingt durch den häufigeren Kauf von Möbeln und den digitalen Informationsfluss führt heute kein Weg daran vorbei, sich und sein Unternehmen online sichtbar zu machen.


Wenn der Kunde
sich im Internet nicht über deine
Firma und deren Leistungen informieren kann,
geht er zum Wettbewerb.
 

So einfach ist das. 

Daher glaube ich, dass ein Top-Auftreten über eine Webseite und durch Online-Marketing sowie im Tagesgeschäft, zum Beispiel durch Firmenfahrzeuge, Kleidung der Mitarbeiter und das Auftreten beim Kunden, sehr, sehr wichtig ist. Es mag auch ohne gehen; nur wenn du weiterkommen möchtest, führt kein Weg am Online-Marketing vorbei. 

 

Wie wirkt sich das auf die Mitarbeiter aus oder auf die, die es noch werden wollen? 

Wenn man sich passend aufstellt und mehr in den sozialen Medien unterwegs ist oder die Prozesse digital hat, wird man attraktiver für neue Mitarbeiter, wird eher gesehen und hat keine Probleme, die passenden Mitarbeiter zu finden. Durch das Thema Online-Marketing, durch eine einheitliche Identität und durch das Schaffen von digitalen Prozessen kommt man in die Lage, auch jüngere Leute für das Handwerk begeistern zu können.  

 

Welche Herausforderung kommt aus deiner Sicht in den nächsten Jahren auf das Handwerk zu? 

Das größte Problem ist meiner Meinung nach der Facharbeitermangel, auch wenn das viele schon nicht mehr hören möchten. Es werden aktuell einfach zu wenig Handwerker ausgebildet und dadurch entstehen Engpässe. Ich glaube, in den nächsten Jahren werden viele Betriebe schließen müssen, weil sie keine Mitarbeiter bzw. Nachfolger finden und weil sie ihren Betrieb nicht klar strukturiert haben. 

 

Du hast ja schon ganz gute Erfahrungen mit dem Thema Online-Recruiting gemacht, oder? 

Ja, der neue Mitarbeiter hätte mich ja nicht gefunden, wenn wir nicht mit eurer Hilfe die Maßnahmen zur Mitarbeiterfindung in Angriff genommen hätten und wir nicht über Facebook Werbung gemacht hätten. Hier hat mich auch die Geschwindigkeit überrascht. Wir haben innerhalb von vier Wochen drei Bewerbungen erhalten und konnten einen neuen Mitarbeiter einstellen. 

 

Welche Punkte stehen in der nächsten Zeit noch auf deiner Agenda? 

Für das nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, noch mehr Umsatz über Online-Marketing zu machen. Aktuell haben wir ca. 30 Haustüren und vier Küchen verkauft, neben unserer Fenstermontage und dem Sondermöbelbau. Da du mir ja gesagt hast, dass die Ziele zu klein waren, werden wir im Jahr 2021 über Online-Marketing 100 Haustüren sowie zwölf Küchen verkaufen. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen, denn im Internet gibt es so viele Möglichkeiten, da freu ich mich wirklich schon auf das, was da so kommt. 

 

Welchen Tipp würdest du deinen Handwerkskollegen geben?

Aus meiner Sicht steuern auch wir im Handwerk auf eine Krise zu und es führt kein Weg daran vorbei, sich im Internet sichtbar zu machen, sei es über eine Webseite oder über Online-Marketing. Ich halte es für ganz wichtig, dass wir im Handwerk den Absprung nicht verpassen. Daher sollten wir so schnell wie möglich tätig werden. Auch das Thema Strukturen und Prozesse ist von enormer Bedeutung. Denn nur wenn wir klare Strukturen und Prozesse im Unternehmen haben, können wir auf Dauer bestehen. Jeder sollte sich auch mal aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und seine Ziele und Abläufe überdenken. Wichtig ist auch, dass der Fokus auf einem einzigen Thema liegt. 

Ich kann nur sagen, dass ich mich auf die weitere Zeit mit euch und alles, was noch kommt, sehr freue.

Vielen Dank, Thorsten!