Interview mit Julius Dressel von „Effing Fliesen und Mehr“

Welche Aufgaben hast du bei „Effing Fliesen und Mehr“?

Meine Aufgaben bei „Effing Fliesen und Mehr“ sind relativ vielseitig. Ich koordiniere die Baustellen, teile die Mitarbeiter ein, kümmere mich um das Material, sorge dafür, dass Aufträge reinkommen, schreibe Aufträge und Rechnungen, bin für die Personalabrechnung zuständig, bereite Stundenzettel vor und schicke diese zum Steuerberater, achte darauf, dass die Konten nicht überzogen werden, habe die Geldeingänge wie auch die Geldausgänge vor Augen und habe natürlich in den letzten Jahren auch mit dafür gesorgt, dass die Digitalisierung bei uns im Unternehmen eingeführt wird.

 

Wie hat sich die Digitalisierung im Unternehmen etabliert?

Bei uns im Unternehmen war es so, dass wir keinen Coach oder Ähnliches hinter uns hatten, der uns da Schritt für Schritt eingeführt hat, sondern bei uns war es Learning by Doing. Wir haben uns mehrere Tools angeschaut und auch in der Welt der Apps haben wir uns umgehört und geschaut, welche für uns und für das Unternehmen infrage kommen könnten. So sind wir Schritt für Schritt vom komplett analogen Unternehmen zu einem komplett digitalen Unternehmen geworden. Begonnen haben wir mit der Digitalisierung der Zeiterfassung, was auch sehr gut funktioniert hat; danach ging es weiter mit digitalen Baumappen, Tools, mit denen die Aufgaben im Unternehmen verteilt wurden, usw.

 

Was, glaubst du, war das Schwierigste in Bezug auf die Digitalisierung?

Das Schwierigste war, die Mitarbeiter, die gewerblich unterwegs sind, in diese Umstrukturierung mit einzubinden. Einige der Mitarbeiter standen dieser Umstrukturierung im ersten Moment erstmal relativ skeptisch gegenüber. Die Koordination zwischen dem Büro und den Mitarbeitern auf der Baustelle war am Anfang der schwierigste Schritt.

 

Hat das Thema Digitalisierung aus deiner Sicht Sinn gemacht?

Sinn gemacht hat es definitiv! Man muss auch bedenken, dass viele Unternehmen heutzutage schon verpflichtet dazu sind, bestimmte Dinge digital zu erfassen. Beispielsweise kommt 2021 ja auch das neue Gesetz, das besagt, dass keine Stundenzettel mehr analog ausgefüllt werden dürfen, sondern dieser Prozess direkt digital erfolgen muss. Abgesehen davon kann man die Vereinfachung sehen, die im Unternehmen durch die Digitalisierung Einzug gehalten hat in Bezug auf die vorherige Zettelwirtschaft.

 

Standest du dem Thema skeptisch gegenüber oder warst du offen?

Angesichts der Tatsache, dass ich in ein komplett analoges Unternehmen eingestiegen bin, war ich anfangs natürlich auch etwas skeptisch. Ich denke, dass das aber komplett normal ist, da der Mensch ein Gewohnheitstier ist und Veränderungen im ersten Moment natürlich erstmal abschreckend wirken. Doch als ich mit der Zeit gemerkt habe, dass nach den ersten Schritten in die Digitalisierung vieles einfacher und besser gelaufen ist, habe ich mich auf die weiteren Schritte auch gefreut.

 

Was, glaubst du, sollte jeder Unternehmer für sich und sein Unternehmen umsetzen?

Abgesehen von der Tatsache, dass die Zeiterfassung nächstes Jahr vom Gesetz her Vorschrift wird, finde ich, dass dies auch schon vorher von jedem Unternehmer umgesetzt werden sollte. Auch die digitale Baumappe finde ich sehr hilfreich und kann sie nur jedem Unternehmer wärmstens empfehlen, weil die Kommunikation im Wesentlichen erleichtert wird; bei Abrechnungen gibt es weniger Probleme und auch die Unstimmigkeiten zwischen Büro und Baustelle werden somit schon im Keim erstickt.

 

Hast du einen Rat für die Unternehmer?

Mein Rat an die Unternehmer ist, dass sie definitiv keine Angst vor dem Schritt in die Digitalisierung haben müssen. Jedoch haben wir bei uns im Unternehmen gemerkt – gerade hinsichtlich der Einführung des papierlosen Büros –, dass eine Unterstützung durch einen Berater/Coach den ganzen Prozess nochmal um ein Vielfaches erleichtert. Dadurch sind wir viel schneller ans Ziel gekommen und haben nicht die ganz großen Fehler gemacht.

 

Würdest du die Digitalisierung weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Ich kann nur jedem empfehlen, Schritt für Schritt in die Umsetzung zu gehen. Ob man direkt das ganze Unternehmen digitalisiert oder erstmal Schritt für Schritt anfängt, ist jedem selbst überlassen. Aber grundsätzlich ist es so, dass man definitiv mit dem Trend der Zeit gehen und nicht auf der Stelle stehen bleiben sollte. Denn, wie jeder weiß, Stillstand ist Rückschritt.