Mitarbeitergewinnung früher vs. heute

Wer kennt es nicht:

Damals wurden die Stellenanzeigen in der Zeitung oder an Aushängetafeln in Geschäften publiziert. Folglich hat man dann auf den Eingang der Bewerbungen gewartet. Im Gegensatz zu heute waren die Kandidaten damals auch noch aktiv auf der Suche nach neuen Jobangeboten. Es wurde nicht lange gewartet, sondern es wurde sich direkt auf die Stelle beworben, die ausgeschrieben war. 

 

Der Bewerbungsprozess

Der Bewerbungsprozess vom Veröffentlichen der Stellenanzeige bis hin zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters – dauerte meistens Monate. Die postalisch eingegangenen Bewerbungen wurden per Hand durchgeschaut und die Auswahl wurde wohlbedacht getroffen. Hierbei war die Anzahl der eingegangenen Bewerbungen nicht selten um ein Vielfaches höher als heute. Ab den 2000er Jahren hat sich die Mitarbeiterfindung allerdings stetig geändert. Das Schalten von Stellenanzeigen in Printmedien wurde immer weniger genutzt. Bis zum heutigen Tag werden immer mehr Stellenanzeigen online ausgeschrieben. Ob auf der eigenen Homepage oder auf verschiedenen Jobbörsen – das Recruiting wird immer digitaler. 

Eine weitere Veränderung ist der Wandel des Kandidaten vom aktiven zum passiven Bewerber. Während früher die möglichen Kandidaten fleißig Bewerbungen geschrieben haben, sind es heute die Handwerksunternehmen, die fleißig in die Tasten hauen müssen, um potenzielle Bewerber anzusprechen – Active Sourcing (Aktive Beschaffung).  Nicht mehr die Kandidaten müssen zukünftige Arbeitgeber überzeugen, sondern das Unternehmen muss die Bewerber überzeugen. Beim Active Sourcing geht es darum, Kandidaten gezielt auf diversen Kanälen anzusprechen. Hierbei erstreckt sich die gezielte Ansprache jedoch nicht auf digitale Medien, sondern ist auch im realen Leben auf Messen, im Restaurant, auf der Straße etc. anzutreffen.

 

Recruiting

Recruiting (Mitarbeiterfindung) hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. In den 1970er bis 1990er Jahren liefen Prozesse vollkommen anders ab als heute. Hierbei fallen immer wieder die Begriffe sinkende Arbeitslosenquote, demografischer Wandel, Digitalisierung, Fachkräftemangel & Co. Doch auch in der heutigen Zeit können die richtigen Mitarbeiter gefunden werden. Hier sind der Zeitaufwand und die Aufgeschlossenheit gegenüber den digitalen Hilfsmitteln zwei entscheidende Faktoren.

 

Employer Branding

Beim Employer Branding geht es um den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke. Vereinfacht heißt das, sich vor potenziellen Bewerbern als attraktives Unternehmen zu präsentieren. Natürlich lässt sich die attraktive Außendarstellung nicht über Nacht aufbauen. Die Idee dahinter ist, das Unternehmen mit seinen unverwechselbaren Alleinstellungsmerkmalen nach außen so darzustellen, um Bewerbern Gründe zu liefern, sich für es zu entscheiden. Hierbei muss man zuerst Antworten auf die folgenden Fragen finden:

 

Wofür steht das eigene Unternehmen im Detail?

 

Welche Alleinstellungsmerkmale unterscheiden einen vom Wettbewerb?

 

Wohin will sich das Handwerksunternehmen entwickeln?

 

Wichtig! Eine tarifgerechte/leistungsgerechte Bezahlung und/oder ein unbefristeter Arbeitsvertrag sind keine Alleinstellungsmerkmale und gehören daher auch nicht in eine Stellenausschreibung. Vielmehr kann man an bezahlte Weiterbildungsmöglichkeiten, freie Getränke, Gutscheine für Physiotherapeuten oder Ähnliches denken.

 

Social-Media-Recruiting

Nun kann man rumsitzen und sich darüber beschweren, dass überhaupt keine Bewerbungen mehr kommen, oder aber man geht den Schritt und bereitet der Flaute über Social-Media-Recruiting ein Ende. Bevor dieser Schritt gegangen wird, ist es allerdings wichtig zu wissen, was die verschiedenen Kanäle wie Facebook, Instagram, Xing, LinkedIn & Co. überhaupt taugen. Oder noch weiter: Welche Kanäle machen speziell für Handwerksbetriebe Sinn?

 

Facebook

Bei Facebook hat man verschiedene Möglichkeiten, Recruiting zu betreiben. Es gibt die Möglichkeit, auf seiner Unternehmensseite (Fanpage) kostenlos Stellen zu schalten, bezahlte Facebook-Werbung in Anspruch zu nehmen oder ganz einfach mit „Posts“ über sein vorhandenes Netzwerk zu gehen. Die beiden kostenlosen Varianten setzen allerdings ein vorhandenes Netzwerk voraus. Hat man dieses nicht, muss man sich eins aufbauen oder auf die bezahlte Variante zurückgreifen. Um ein Netzwerk aufzubauen, ist es wichtig, die Fanpage regelmäßig mit Inhalten zu füllen, Likes zu generieren, zu kommunizieren, zu interagieren und zu reagieren. Das kostet natürlich Zeit und/oder Geld. 

 

Instagram

Bei Instagram verhält sich das ganze ähnlich wie bei Facebook. Hier wird das Augenmerk allerdings mehr auf Fotos und Videos gelegt. Generell gilt allerdings, dass alle Inhalte (Fotos, Videos und Stories), die auf Facebook veröffentlicht werden, auch auf Instagram gehören. Des Weiteren gilt auch hier: regelmäßig Inhalte produzieren, Likes generieren, kommunizieren, interagieren und reagieren, um an Reichweite zu gewinnen. 

Wenn es allerdings um die reine Mitarbeitergewinnung geht, ist von Instagram eher abzuraten.

 

Xing, LinkedIn & Co.

Xing und LinkedIn sind Netzwerke, die speziell auf die Mitarbeitersuche ausgerichtet sind. Hier kann man einem Kandidaten ganz einfach eine Nachricht schicken und auf jeglichen Mehraufwand verzichten. Oder nicht? Denn auch hier gilt: Je mehr Interaktion betrieben wird, desto größer ist das Publikum. 

Als Handwerksunternehmen kann man sich den Mehraufwand allerdings sparen, da diese beiden Varianten eher auf Akademiker ausgerichtet sind und der Markt somit nicht gegeben ist.

 

Twitter, Snapchat & TikTok

Auch die übrigen Social-Media-Kanäle wie Twitter, Snapchat und TikTok bieten sich für das Recruiting nicht an, da das Verhältnis Aufwand – Nutzen in diesen Fällen ungünstig ist. Zusammenfassend kann man sagen: Für Handwerksunternehmen bietet sich am ehesten Facebook/Instagram für das Recruiting an.

 

 

Tipps und Tricks für Social Media

Bevor man sich jetzt blindlings auf die Social-Media-Kanäle stürzt, gibt es ein paar Dinge, die man beachten sollte.

  • Strategie entwickeln: Definiert die Ziele und den Inhalt, den ihr posten wollt. 
  • Kanäle festlegen: Man muss nicht auf allen Kanälen vertreten sein, sondern nur da, wo die Zielgruppe vertreten ist.
  • Verantwortlichkeiten festlegen: Wer soll sich um das Thema Social Media kümmern? Hier gilt auch das Motto „Viele Köche verderben den Brei“.
  • Schnell reagieren: User erwarten immer ein schnelles Feedback. Je länger man wartet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Wettbewerb den Bewerber schnappt. 
  • Branchen bewerben: Zeigt in den sozialen Netzen, was euren Arbeitsalltag ausmacht; so könnt ihr Imagewerbung für euch und euren Berufsstand betreiben.
  • Höflich bleiben: wichtig: Lasst euch niemals zu unbedachten – und geschäftsschädigenden – Aussagen hinreißen. Es gilt, immer sachlich, professionell und freundlich zu bleiben.
  • Geduld haben: Der Erfolg über die sozialen Netzwerke kommt nicht über Nacht. 

 

Hier gilt: Bekanntheit in den sozialen Netzwerken zu erlangen, ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Deshalb ist es wichtig, einen langen Atem und viel Ausdauer zu beweisen.

 

Bei so viel Social Media darf man allerdings nicht vergessen, die herkömmlichen Methoden wie zum Beispiel Agentur für Arbeit und Stellenausschreiben in der Zeitung zu nutzen. Je nach Ortslage des Unternehmens kommen auch hierüber noch Bewerbungen. Auch die Agentur für Arbeit hat ein Onlineportal, bei welchem man selber auf Bewerbersuche gehen und seine Stellen schalten kann.

 

 

Nun fragt ihr euch natürlich, wo ihr die ganze Zeit hernehmen sollt.

Gerne sind wir dazu bereit, euch unter die Arme zu greifen und zusammen mit euch
eine Social-Media-Strategie zu entwickeln und zu implementieren.

Für ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch
könnt ihr euch unter https://newgen.ag/handwerksrebellen eintragen.

– Max Brandes